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14.04.2026 · Hotel Weinhaus Wiedemann · Ginsheim-Gustavsburg

Trends und Perspektiven im deutschen Immobilienmarkt: Rückblick auf unseren Stammtisch vom 14. April 2026

Beim ImmoHub RheinMain Stammtisch gab Robert Červinka, Head of Special Situations bei ActivumSG, einen fundierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt – eingebettet in den historischen Kontext und mit klarem Blick auf die Chancen und Risiken des Jahres 2026.

Ein Abend für die Einordnung

Der Immobilienmarkt in Deutschland befindet sich 2026 in einer Phase, die mehr Fragen aufwirft als sie einfache Antworten liefert. Steigende Zinsen, träge Konjunktur, ein strukturell knappes Wohnraumangebot und gleichzeitig spürbare Opportunitäten für Marktteilnehmer, die kapitalkräftig und gut vernetzt agieren – das war der Rahmen des Abends beim ImmoHub RheinMain im April 2026.

Robert Červinka brachte dabei eine Perspektive mit, die über die klassische Privatinvestoren-Sichtweise weit hinausgeht: Als Head of Special Situations bei ActivumSG analysiert er seit über 20 Jahren Märkte, Zyklen und Opportunitäten – in einer Tiefe, die für die Community des ImmoHub RheinMain besonders wertvoll war.

Konjunktur, Zinsen und Marktumfeld 2026

Das übergeordnete wirtschaftliche Bild bleibt herausfordernd: Schwaches Wachstum, teures Kapital und nachlassende Investitionsdynamik prägen das Umfeld. Die Zinsveränderungen der vergangenen Jahre haben nicht nur die Finanzierungskosten erhöht – sie haben auch die Renditeerwartungen vieler Bestandshalter und Projektentwickler fundamental verschoben.

Hohe Inflation und steigende Zinsen haben die Bewertungsgrundlagen vieler Objekte verändert. Wer vor 2022 zu niedrigen Zinsen finanziert hat und jetzt in die Anschlussfinanzierung muss, steht vor einem strukturellen Druck – und das betrifft nicht nur Einzelinvestoren, sondern auch institutionelle Marktteilnehmer.

Refinanzierungslücken und Distress als Marktchance

Ein zentrales Thema des Vortrags: notleidende Situationen und Refinanzierungslücken als konkrete Marktchancen. Wenn Bestandshalter unter Druck geraten – sei es durch auslaufende Zinsabsicherungen, gestiegene Betriebskosten oder mangelnde Liquidität – entstehen Fenster für kaufkräftige und entscheidungsschnelle Investoren.

Červinka machte deutlich, dass dieser Markt nicht für jeden zugänglich ist. Es braucht Netzwerk, Kapital und die Fähigkeit, schnell und fundiert zu bewerten. Aber für die Community des ImmoHub RheinMain – Investor:innen aus dem Großraum Wiesbaden, Mainz und Frankfurt – sind diese Dynamiken hochrelevant: Auch kleinere Opportunitäten entstehen, wenn größere Akteure unter Druck geraten.

Wohnimmobilien: Strukturelles Unterangebot und Mietwachstum

Während Gewerbe- und Büroimmobilien mit teils massiven Bewertungskorrekturen kämpfen, zeigen sich Wohnimmobilien deutlich widerstandsfähiger. Der Grund: ein strukturelles Unterangebot, das sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen dürfte. Weniger Neubau, steigende Baukosten, regulatorische Hürden – das begrenzt das Angebot, während die Nachfrage in gefragten Lagen konstant bleibt.

Mietwachstum ist in diesem Umfeld ein verlässlicher Renditehebel – vorausgesetzt, die Lage stimmt und das Management ist professionell. Červinka betonte die zunehmende Professionalisierung des Mietprodukts: Institutionelle Qualitätsstandards, klare Mieterauswahl und aktives Asset Management sind keine Luxus mehr, sondern Voraussetzung für nachhaltige Renditen.

Für den Rhein-Main-Raum – eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen Deutschlands – sind diese Faktoren besonders relevant: Wohnraum in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz bleibt gefragt, das Angebot begrenzt.

Die wichtigsten Learnings des Abends

Zinsveränderungen bei gleichzeitig schwacher Konjunktur erhöhen den Druck auf Bestandshalter und Projektentwickler.

Refinanzierungslücken und notleidende Situationen schaffen konkrete Marktchancen für gut kapitalisierte Käufer.

Wohnimmobilien profitieren strukturell vom anhaltenden Unterangebot – besonders in nachfragestarken Lagen wie Rhein-Main.

Mietwachstum bleibt ein stabiler Renditehebel, solange das Angebot an neuem Wohnraum strukturell begrenzt bleibt.

Professionalisierung des Mietprodukts und institutionelle Qualitätsstandards gewinnen auch bei kleineren Beständen an Bedeutung.

2026 gilt: Teures Kapital, schwaches Wachstum – aber mit dem richtigen Marktzugang entstehen klare Opportunitäten.

Dank und Einordnung für Rhein-Main

Wir bedanken uns herzlich bei Robert Červinka für einen Vortrag, der selten in dieser Tiefe und Offenheit bei Community-Veranstaltungen zu erleben ist. Der Abend hat gezeigt: Wer Immobilienmarkt 2026 verstehen will, braucht keine einfachen Antworten – sondern einen klaren Blick auf die Mechanismen hinter den Schlagzeilen.

Für Investor:innen im Rhein-Main-Gebiet bietet das aktuelle Umfeld trotz aller Herausforderungen echte Chancen – in Wohnimmobilien, in Distress-Situationen und im Aufbau nachhaltiger Mietrenditen. Genau das ist der Kern, den der ImmoHub RheinMain mit seinen Abenden vermitteln möchte.

Über den Speaker

Robert Červinka

Head of Special Situations, ActivumSG

Robert Červinka ist seit über 20 Jahren in führenden Positionen bei internationalen opportunistischen Immobilieninvestoren tätig. Bei ActivumSG verantwortet er den Bereich Special Situations und begleitet komplexe Transaktionen und Repositionierungen am deutschen und europäischen Markt.